Eine Runde Nebel-Stochern: Sportrechte und Digitalisierung

Nicht erst seit Helene Fischer ist die Betrachtung von Sport als TV-Entertainment-Produkt versus einer Behandlung als Kulturgut Gegenstand hitziger Diskussionen. Bei uns geht es dabei vorrangig um Fußball, aber eine Diskussion um Kommerzialisierung und damit letztlich um Digitalisierung lässt sich auch in anderen Märkten mit anderen Sportrechten beobachten.

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Die Tatsache, dass für TV-Rechte im Sport immer mehr Geld gezahlt wird – zumindest in der Spitze, im “Short Tail” – lässt viele, nicht nur Scheichs, wild entschlossen investieren, und bringt andere dazu, bei jedem neuen TV-Vertrag das endgültige Erreichen des Gipfels zu diagnostizieren und den baldigen Abstieg zu prophezeien. Letztere sehen in einem einfachen Streaming-Angebot der heutigen Rechte-Verkäufer – im Fußball in der Regel Verbände bzw. Ligen-Organisationen – den einzigen Ausweg, andere sagen, darin würde der Fußball massiv unterkapitalisiert und würde vor allen Dingen auch seine dominierende Rolle gefährden, weil die nicht zahlungskräftige, aber insgesamt Meinungs-bildende Masse darin wohl weitestgehend ausgeschlossen würde. In Wahrheit stochern alle im Nebel und folgen eher Intuition, eigenen Wünschen oder der Geschichte, die gerade für ihre eigenen Interessen die dienlichste ist. Das klingt jetzt negativer, als ich es meine: ich halte Nebel-Stochern in schweren Sichtverhältnissen für eine recht valide Methode, um zumindest in kleinen Tippelschritten vorwärts zu kommen, und will, weil die Digitalisierung in eigentlich allen Branchen mein Lieblingsthema, ganz besonders aber bei Medien, und Sport nun einmal eines meiner Hauptbeschäftigungsfelder ist, privat und beruflich, gerne ein wenig mitstochern. Continue reading

10 Dinge, die wir schon jetzt von PokémonGo lernen können

Es ist nicht einmal eine ganze Woche offiziell verfügbar, und dennoch führe ich kaum noch ein berufliches Gespräch, in dem nicht PokémonGo vorkommt. Der vorherrschende Ton dabei ist immer getrieben von Faszination einerseits und dem bevorstehenden Ende der Menschheit andererseits, aber darunter liegt meist die Frage: “Was kann ich daraus für mein Business lernen, wie kann ich mir den Erfolg zunutze machen, was kann ich damit anfangen?” Nummer eins: Abwarten.

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Pokemons in meiner Wohnung und vor dem Flughafen Tempelhof

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Vortrag Messenger

Ich gebe ja ab und zu Vorträge. Aber Streams davon gibt es relativ selten, deswegen möchte ich diesen hier gern teilen – beim IBC (Internet Business Cluster der Ludwig-Maximilians-Universität München) in den Räumen von ProSiebenSat.1 SE in München. Es geht um Messenger, ihre Einordnung als Tool zum Management von “private micro-networks” in Abgrenzung zu den Newsfeeds der “public social networks”, um die Möglichkeiten, mit Messengern Geschäft zu machen und um die ersten Bots, die wir schon sehen können. Und darum, dass in meinen Augen der Facebook Messenger eine Art We-Chatification durchläuft. Mit Q&A eine gute Stunde lang, leider lässt sich das Video nicht embedden, daher hier der Link zum Live Stream.

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5 Gründe, warum Snapchat ernst zu nehmen ist

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Ich werde in letzter Zeit sehr viel über Snapchat befragt. In den letzten zwei Jahren hatte ich es zwei Mal installiert und wieder de-installiert. Gerade beim letzten Mal irgendwann Anfang 2015 war ich zugegebenermaßen zu vorschnell in meiner Einschätzung, das Ganze würde in Deutschland nicht zum Massenphänomen taugen – Ich dachte, wenn eine “social” App keinerlei sinnvollen Mechanismus anbietet, um Accounts zu entdecken, nicht einmal die von Promis, Fußballclubs oder Medien, wenn ein “Newsfeed” keinerlei Intelligenz in der Ordnung der Inhalte zeigt, sondern einfach eine redaktionelle Auswahl (“Live” und “Discover”) oder die neuesten Posts oben, die ältesten unten anzeigt, dass man damit nicht weit kommen würde. Und ich hatte natürlich das Problem der kritischen Masse: Kaum jemand meiner Kontakte nutzte Snapchat.

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Innovationsreport des Spiegel – erste Gedanken

Vor fast 2 Jahren, im Mai 2014, “leakte” der Innovationsreport der New York Times. Wir alle haben ihn damals als Zeitdokument verstanden – über die Probleme digitaler Transformation für traditionelle Medienunternehmen (in diesem Fall Print) und natürlich als tolle Datenquelle, um Indizien für die Situation auch anderer Publisher zu gewinnen – die sind ja weitestgehend denselben Trends und Mechanismen ausgesetzt. Wer ihn sich noch nicht im Detail angesehen hat: Das lohnt sich auch heute noch.

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Vielleicht davon inspiriert, vielleicht auch unabhängig, und zuverlässig im deutschen “14-20 Monate hinter der USA”-Rhythmus, scheint es so einen Report auch beim Spiegel zu geben. Der ist leider (noch) nicht in voller Länge “geleakt”, liegt aber auf wundersame Weise dem SWR vor. Und daraus wird nun munter zitiert und daran herum-interpretiert, und ich mache da doch gerne mit .-)  Continue reading

All Apple screens – 3/2016

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Remember when people thought that you would only have to serve a few screens? And when people thought Apple’s product portfolio would be clean, easy and simple? Although an Android palette of screens is just impossible to draw up, even looking at Apple only shows the state of fragmentation we’re in. And it won’t get any better. God save the browser.

 

Warum wir Content Marketing & Native Advertising entwickeln müssen

Es ist derzeit so einfach, sich über Native Advertising und Content Marketing lustig zu machen. Halb- und Komplett-Experten, wie damals, als Social Media so langsam aber sicher in Deutschland zum Mainstream wurde, pflastern die W&V und andere “Werber berichten über Werber, um die Wichtigkeit von Werbung zu unterstreichen”-Medien mit steilsten Thesen voll, insbesondere darüber, warum es keiner, außer der gerade sprechende Halb- oder Komplett-Experte, wirklich richtig und richtig gut machen kann.

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