Eine Runde Nebel-Stochern: Sportrechte und Digitalisierung

Nicht erst seit Helene Fischer ist die Betrachtung von Sport als TV-Entertainment-Produkt versus einer Behandlung als Kulturgut Gegenstand hitziger Diskussionen. Bei uns geht es dabei vorrangig um Fußball, aber eine Diskussion um Kommerzialisierung und damit letztlich um Digitalisierung lässt sich auch in anderen Märkten mit anderen Sportrechten beobachten.

Sportrechte8

Die Tatsache, dass für TV-Rechte im Sport immer mehr Geld gezahlt wird – zumindest in der Spitze, im “Short Tail” – lässt viele, nicht nur Scheichs, wild entschlossen investieren, und bringt andere dazu, bei jedem neuen TV-Vertrag das endgültige Erreichen des Gipfels zu diagnostizieren und den baldigen Abstieg zu prophezeien. Letztere sehen in einem einfachen Streaming-Angebot der heutigen Rechte-Verkäufer – im Fußball in der Regel Verbände bzw. Ligen-Organisationen – den einzigen Ausweg, andere sagen, darin würde der Fußball massiv unterkapitalisiert und würde vor allen Dingen auch seine dominierende Rolle gefährden, weil die nicht zahlungskräftige, aber insgesamt Meinungs-bildende Masse darin wohl weitestgehend ausgeschlossen würde. In Wahrheit stochern alle im Nebel und folgen eher Intuition, eigenen Wünschen oder der Geschichte, die gerade für ihre eigenen Interessen die dienlichste ist. Das klingt jetzt negativer, als ich es meine: ich halte Nebel-Stochern in schweren Sichtverhältnissen für eine recht valide Methode, um zumindest in kleinen Tippelschritten vorwärts zu kommen, und will, weil die Digitalisierung in eigentlich allen Branchen mein Lieblingsthema, ganz besonders aber bei Medien, und Sport nun einmal eines meiner Hauptbeschäftigungsfelder ist, privat und beruflich, gerne ein wenig mitstochern. Continue reading

Vortrag Messenger

Ich gebe ja ab und zu Vorträge. Aber Streams davon gibt es relativ selten, deswegen möchte ich diesen hier gern teilen – beim IBC (Internet Business Cluster der Ludwig-Maximilians-Universität München) in den Räumen von ProSiebenSat.1 SE in München. Es geht um Messenger, ihre Einordnung als Tool zum Management von “private micro-networks” in Abgrenzung zu den Newsfeeds der “public social networks”, um die Möglichkeiten, mit Messengern Geschäft zu machen und um die ersten Bots, die wir schon sehen können. Und darum, dass in meinen Augen der Facebook Messenger eine Art We-Chatification durchläuft. Mit Q&A eine gute Stunde lang, leider lässt sich das Video nicht embedden, daher hier der Link zum Live Stream.

Clipboard13

 

Archiv (7/2015): Warum Facebooks “Identity Management” mit Social Logins noch immer unterschätzt ist

Ein Beitrag, der noch in meinem alten Blog im Juli 2015 erschien, und den ich hierhin rüberretten wollte:

Mittlerweile haben wir alle verstanden, dass der “mobile shift” viel mehr ändert als nur die Darstellungsform von Inhalten oder die Verkrüppelung von Display Advertising, und das habe ich in diesem Blog auch an diversen Stellen zu beschreiben versucht (10/2012,6/2013, 9/2013, 4/2014, 11/2014, 12/2014, 2/2015). Continue reading

Archiv (5/2014): Chapeau, Otto!

Auf diesen Beitrag aus meinem alten Blog im Mai 2014 bin ich ein wenig stolz – wenn man von außen, ohne irgendeinen Einblick in ein Unternehmen/StartUp und ohne eine handelnde Person zu kennen, versucht, die Strategie zu dekonstruieren und die Grundgedanken dahinter zu erkennen und zu formulieren, kann man sich auch massiv in die Nesseln setzen. Hier haben die Masterminds und Mitarbeiter den Artikel geliked, gefaved, geshared, was ich mal als zumindest grobe Zustimmung deute. Die Strategie wäre auch heute noch gewagt und innovativ, und ich fände sie auch heute noch richtig. Continue reading

Archive (11/2013): Why identity management will be one key to success in digital

One of the “most liked” articles that I published on my old blog, this one in November 2013. The narrative of the mobile revolution was set, but most clients thought that adding “make our stuff responsive” to any agency briefing would do the job. I tried to shoe the deeper implications of the mobile shift in many posts, this one focusing on identity management. I think it is as relevant today as it was in 2013. Continue reading